Zurück in ein Stück Normalität

„Wir erblühen neu“ so steht auf dem Schild, das die Mütter und ihre Kinder zum Abschluss ihrer Rehamaßnahme „zusammen stark werden“ zum Dank für einen erfolgreichen Kuraufenthalt an die Klinikleiterin Ingrid Burk überreichten.

Wer Bärbel (54), Judith (50) und Kerstin (49) in der Frühlingssonne im Garten unserer Klinik Inntaler Hof sitzen sieht, der ahnt nicht, welches Schicksal hinter den Frauen liegt. Sie lachen, scherzen, haben Spaß am Leben – sind eben glücklich! Dabei kennen sich die drei erst seit gut drei Wochen. Sie haben gemeinsam eine Rehamaßnahme durchlaufen, die Ende März zum ersten Mal hier bei uns im Inntaler Hof angeboten wurde. „zusammen stark werden“ heißt diese Schwerpunktkur. Sie richtet sich an Mütter nach einer überstandenen Krebserkrankung und deren Kinder. Bärbel, Judith und Kerstin haben gegen den Krebs gekämpft. Sie sind dabei durch die Hölle gegangen. Hier bei uns wollten sie nun gemeinsam mit ihren Kindern wieder ein Stück Normalität zurückgewinnen - und sie fanden den Weg dazu.
Judith beschreibt die Diagnose Krebs sehr drastisch: „Du kriegst ohne Vorwarnung voll eine in die Fresse!“ Die Mutter war bereits 2014 an Brustkrebs erkrankt, 2018 kam er in aggressiverer Form wieder - nur mit Hilfe einer niedrig dosierten Methadon-Verabreichung war die Chemotherapie zu ertragen. Bei Bärbel wurde das äußerst aggressive „Inflammatorische Mammakarzinom“ lange Zeit nicht erkannt, nicht mal im MRT. Da sie aber selbst spürte, dass mit ihr etwas nicht stimmte, ließ sie sich nicht abspeisen - bis tatsächlich ein Experte den gefährlichen Krebs fand. Kerstin bekam die Brustkrebs-Diagnose im Jahr 2017 - an Weihnachten! Mit der Diagnose begann für alle drei ein psychischer und physischer Leidensweg.

„Ich hatte stets das Gefühl, ich sei etwas Besonderes“
Den drei Frauen riss es den Boden unter den Füßen weg: Erstarrung, Trauer, Todesangst! Trotzdem mussten sie ihren Kindern zeigen, dass sie stark sind, dass - kann kommen was mag - der „Familienstall“ aufrechterhalten bleibt. „Keiner kann sich ausmalen, was da abgegangen ist, das war Intensivst-Belastung!“, schildern alle Drei. Weil die Krankheit der Mütter mit all den körperlichen Folgen der Chemotherapie gerade eben auch für die Kinder eine psychische Extrem-Situation war, fanden sie das Konzept der Schwerpunktkur „zusammen stark werden“ „einfach genial“, diese belastende Zeit gemeinsam aufzuarbeiten, um so Ängste bei den Kindern abzubauen und zu einem normalen Verhältnis und Familienleben zurückzukehren.
„Das war das beste, was wir machen konnten!“, sagt Kerstin am Ende der dreiwöchigen Rehamaßnahme. Alle drei erlebten das therapeutische Schwerpunktkur-Konzept mit psychologischer Betreuung, Entspannungstraining, kreativen Therapien und einer Vielzahl von bewegungstherapeutischen Angeboten als „wertvolle, intensive Erfahrung“ in einer familiären Atmosphäre. „Die Ärzte und Therapeuten hier machen nicht nur einen guten Job, sie fühlten mit uns“, sagt Judith. Vor allem psychologisch fühlten sich die drei Mütter extrem gut betreut. „Ich hatte stets das Gefühl, als sei ich etwas Besonderes, dass da jemand ist, der mich ernst nimmt und alles tut, um mir zu helfen“, sagt Kerstin. Ganz besonders intensiv erlebten sie dabei den gemeinsamen Erfahrungs-Austausch in der Gruppe.

Geballte Ladung wundervoller Momente
Dass andere das gleiche erlebt haben mit all den Ängsten und Problemen, hat auch ihre Kinder ein Stück weit nach vorne gebracht. Der Austausch mit Gleichaltrigen, deren Mütter ebenfalls an Krebs erkrankt waren, und wie diese damit klarkommen, gab ihnen das Gefühl, sie sind nicht allein mit ihren Sorgen. Aufgefangen und beschützt - so schildern die drei Mütter - fühlten sich ihre Kinder hier bei uns im Inntaler Hof.  Sie haben loslassen können und Selbstvertrauen entwickelt. „Die während der Kur gewonnenen Erfahrungen gemeinsam mit den Kindern, wird für uns alle nachhaltig wirken“, sind sich die drei Mütter sicher. „zusammen stark werden - das trifft den Nagel auf den Kopf“, sagt Bärbel.
Bärbel, Judith und Kerstin sind sich in den drei Wochen sehr nahe gekommen. Ihre Kinder Junes (10), Tom (6) und Ole (10) ebenfalls. Ihr gemeinsames Schicksal, von allen anders erlebt, und wie man zusammen trotzdem ein Plus an Lebensqualität erreichen kann, hat sie während der dreiwöchigen Kur zusammengeschweißt.  Keiner kann voraussagen, ob die drei zu den „Geheilten“ gehören, aber sie sehen sich als „geheilt“ an. Sie werden die Diagnose Krebs immer im Hinterkopf haben und bei jeder Kleinigkeit hoffen: „Bitte nicht schon wieder.“ Die Sorge um ihre Kinder ist unterschwellig immer da. „Diesen Rucksack müssen wir tragen“, sagt Kerstin. Aber in den drei Wochen haben sie nun für sich und ihre Kinder nicht nur einen Weg zurück in die Normalität gefunden, sondern vor allem auch eine tiefe Dankbarkeit entwickelt für Dinge, die einem gut tun. Von hier haben Bärbel, Judith und Kerstin eine geballte Ladung an wundervollen Momenten mit nach Hause genommen - „und das alles kann uns so schnell keiner mehr nehmen!“
Wir freuen uns sehr, dass Sie bei uns waren und bedanken uns, dass wir Ihnen ein paar Fragen zu dem hier im Rahmen der Mutter-Kind-Kur Erlebten stellen durften...  

Ihr Team aus der Klinik Inntaler Hof