Ausbildung in Corona-Zeiten

Die Corona-Pandemie hat sowohl unsere Auszubildenden, als auch unsere Ausbilder, sozusagen über Nacht vor ganz besondere Herausforderungen gestellt.

Eine Ausbildung in unserer Kurklinik vermittelt jungen Menschen eine fundierte Basis für den erfolgreichen Start ihrer Laufbahn im Gesundheitswesen. Die Corona-Pandemie hat sowohl unsere Auszubildenden, als auch unsere Ausbilder, sozusagen über Nacht vor ganz besondere, teilweise extreme Herausforderungen gestellt: Unsere Klinik war im letzten Jahr monatelang geschlossen, die Berufsschulen ebenso.
Wie also kann Ausbildung unter diesen Bedingungen funktionieren? Dass es funktioniert hat, schildert Eva Unterbuchberger. Sie absolviert derzeit hier bei uns im Inntaler Hof eine Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheitswesen und hat jetzt ‑ trotz aller pandemiebedingten Herausforderungen und Widrigkeiten ‑ ihre Zwischenprüfung erfolgreich gemeistert.

"Als bekannt wurde, dass aufgrund des Coronavirus nicht nur die Klinik schließen musste, sondern auch die Schulen, war das für mich - als Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr - ein Schock! Ich fragte mich: Wie soll das mit dem Unterricht weitergehen?
Schrittweise kam dann der Unterrichtsstoff per E-Mail von der Berufsschule. Das Bearbeiten erfolgte im Grunde erst einmal ohne Unterstützung seitens der Schule. Eigeninitiative war gefragt, doch die Infotexte hatten Links zum Nachlesen und Vertiefen. Von manchen Lehrern erhielten wir nach einer gewissen Bearbeitungszeit Lösungen zur Kontrolle, bei anderen mussten wir die bearbeiteten Blätter innerhalb einer Frist wieder zurücksenden. So sah die Schule von März bis Juli 2020 aus. Zum Ende des Schuljahres in der letzten Blockwoche hatten wir die Möglichkeit, unsere Noten vom ersten Halbjahr noch zu verbessern.

 Mit September und dem Beginn des zweiten Ausbildungsjahres wurde in der Blockbeschulung sogleich viel Stoff durchgenommen, denn der erneute Distanzunterricht war vorhersehbar. Daher erhielten wir von der Schule eigene Schülerkonten für Microsoft-Teams, um in den Online-Unterricht starten zu können. Der erste Online-Unterricht zuhause, alleine vor dem Laptop und ohne meine Mitschüler, an die ich mich hätte wenden können, war sehr gewöhnungsbedürftig. Doch mir war bewusst, sowohl wir Schüler, als auch die Lehrer betraten gleichzeitig Neuland. Die Lehrer gaben ihr Bestes, den Unterricht so interessant wie möglich zu gestalten. Mit der Zeit wurde alles schon fast normal.

 Auch im Klinikalltag änderte sich einiges. Es wurde von Wochenanreisen auf Blockanreisen umgestellt, die ohnehin hohen Hygienestandards wurden verstärkt, Testungen eingeführt und ein mit dem Gesundheitsamt abgestimmtes Sicherheits- und Hygienekonzept erarbeitet, das auf alle Eventualitäten ausgerichtet ist und immer wieder an die aktuellsten Anforderungen angepasst wird.

Natürlich mussten und müssen die Patient*innen immer wieder für die geltenden Hygieneregeln sensibilisiert werden und es muss auf die Einhaltung derselben geachtet werden, was doch einem hohen Maß an Fingerspitzengefühl und Empathie bedarf. In der Reservierungsabteilung änderte sich pandemiebedingt der Ablauf der Terminvergaben grundlegend: Laufend mussten die verschiedensten Dokumente auf den neuesten Stand gebracht werden. Auch dieser Prozess wird weiterhin andauern!

Zu den ersten Anreisen im Sommer war das Haus pandemiebedingt nur halb belegt und somit sehr ruhig. Bei den täglichen Arbeiten an der Rezeption musste ich mich am Anfang auch erst wieder etwas einfinden. In der Zeit, als wir geschlossen hatten, habe ich vormittags bei Bedarf in der Reservierung geholfen bzw. bin in einige der spezifischen Arbeiten eingewiesen worden.

Umso schöner war es, im August endlich wieder Patient*innen um sich zu haben und zu sehen, wie die Klinik sich wieder mit Leben füllte. Die gähnende Leere, die zwar durch viele Handwerker durchbrochen wurde, hatte endlich ein Ende.
Mittlerweile herrschen immer noch Pandemiebedingungen und ich habe meine Zwischenprüfung in dieser Zeit sehr erfolgreich absolviert; es freut mich, dass alles schlussendlich dann doch so gut geklappt hat. Gespannt erwarte ich Erleichterungen, die hoffentlich Schritt für Schritt kommen und hoffe, dass die zweite Hälfte meiner Ausbildung wieder in der - wenn auch neuen - Normalität stattfinden wird.“